Geschichte des Reanimationsregisters

10 Jahre nach dem offiziellen Start des Deutschen Reanimationsregisters – German Resuscitation Registry der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V.(DGAI) im Mai 2007 wurden in der Datenbank mehr als 110.000 Datensätze von außerklinisch und innerklinisch reanimierten Patientinnen und Patienten sowie Notfallversorgungen in der Klinik erfasst. Damit stellt das Deutsche Reanimationsregister die größte überregionale Datenbank für die Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationsmaßnahmen und innerklinischen Notfallversorgungen in Deutschland dar. Es zählt zu einer der tragenden und zukunftsweisenden Instrumente zur Optimierung der Notfallversorgung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Die Datenbank ermöglicht die Erfassung und Auswertung der eigenen Einsätze und bietet Vergleichsmöglichkeiten und internationale Kooperationen mit anderen Kliniken und Rettungsdiensten an.

Die Problematik der Reanimationsbehandlung beschäftigt den notfallmedizinischen Bereich schon seit vielen Jahren. Bereits im Juni 1990 fand in Norwegen in der Abtei von Utstein ein internationales Treffen der an Reanimationsforschung beteiligten Organisationen und Experten statt, weil schon damals die Cardio-Pulmonale Reanimationen (CPR), als eine der großen Aufgaben für das ärztliche und nicht-ärztliche Personal im Rettungsdienst angesehen wurde. Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe der American Heart Association (AHA), des European Resuscitation Councils (ERC), der Heart and Stroke Foundation of Canada sowie des Australian Resuscitation Councils (ARC) erarbeiteten hierbei Empfehlungen zur einheitlichen Datenerfassung bei Herz-Kreislauf-Stillständen. Als "Utstein-Style" bezeichnet, bietet es heute die Grundlage der vergleichbaren Reanimationsdatenauswertungen.

Der offizielle Start des Deutschen Reanimationsregisters erfolgte zum Deutschen Anästhesie Congress im Mai 2007 in Hamburg. Das Deutsche Reanimationsregister wurde ins Leben gerufen, um als Werkzeug des Qualitätsmanagements Ärzten und Rettungsdiensten die notwendigen Informationen zu liefern, die Überlebensraten nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand  zu steigern.

Nach Vorgaben des Utstein-Style-Protokolls wurde zunächst der Reanimationsdatensatz „Erstversorgung“ entwickelt und später die Datensätze „Weiterversorgung“ und „Langzeitverlauf“ ergänzt. Im weiteren Verlauf ist das Register um einen Datensatz „innerklinische Notfallversorgung“ vervollständigt worden. Dieser Teil des Registers richtet sich explizit an die Kliniken und Krankenhäuser. Hier ist es möglich nicht nur durchgeführte Reanimationen zu erfassen, sondern alle innerklinischen Notfalleinsätze zu dokumentieren und auszuwerten. Darüber hinaus sind weitere Module zu speziellen Fragestellungen oder Patientengruppen während der Reanimation, wie z.B. das Modul „Telefonreanimation“, das Modul „pädiatrische Weiterversorgung“ oder das Modul „Temperaturmanagement“ zusammen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, anderen Fachgesellschaften und weiteren Experten, entwickelt worden.

Die Datenerhebung des Deutschen Reanimationsregisters findet selbstverständlich anonym statt. Dabei ist eine Zuordnung und Auswertung auf Ebene der Patienten nicht möglich. Zur Zeit nehmen über 160 Rettungsdienste und 150 Kliniken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz daran teil.