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Pressemeldung 08/2020

Pressemeldung des Deutschen Reanimationsregisters zum innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand

 

Pressemeldung

 

JAHRESBERICHT 2019

Die aktuellen Zahlen, Daten und Fakten zur innerklinischen Reanimationsversorgung.          

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Pressemeldung des Deutschen Reanimationsregisters zum innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand


13.08.2020
 

Bei 78,6 % der innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände werden Reanimations-maßnahmen noch vor dem Eintreffen des Notfallteams eingeleitet


Beim Herz-Kreislauf-Stillstand ist die umgehende Hilfe durch anwesende Ersthelfer ein entscheidender Faktor für das Überleben der Betroffenen. Im Jahr 2019 wurden in 78,6 % der innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände Wiederbelebungsmaßnahmen bereits vor dem Eintreffen des Notfall- bzw. Reanimationsteam durchgeführt. Diese Zahl konnte in den letzten Jahren durch die kontinuierliche Fortbildung und Sensibilisierung des Krankenhauspersonals gesteigert werden. Die aktuellen Zahlen beruhen auf einer Analyse aus dem Deutschen Reanimationsregister, in dem für das Jahr 2019 insgesamt 3.741 Fälle aus 118 beteiligten Kliniken aus Deutschland ausgewertet werden konnten.

 
Der Herz-Kreislauf-Stillstand stellt einen zeitkritischen, lebensbedrohlichen Notfall dar. Eine potenzielle Hilfe ist generell nur in den ersten Minuten nach Eintritt des Herz-Kreislauf-Stillstands möglich. Sie ist umso erfolgreicher, je früher mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird. Bereits nach 3 bis 5 Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen kann es bei den Betroffenen zu irreversiblen Hirnschäden kommen. Nach 10 Minuten ohne zwischen-zeitliche Hilfe kommen Wiederbelebungsmaßnahmen in der Regel zu spät.
 
Etwa 58 % der innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände ereignen sich auf einer Pflegestation, etwa 22 % in der Notaufnahme, im Schockraum oder in Funktionsabteilungen und etwa 16% auf Intensiv- oder Überwachungsstationen. Etwa zwei Drittel der Herz-Kreislauf-Stillstände werden durch das Pflegepersonal oder andere zufällig anwesende Personen beobachet. In der überwiegenden Anzahl der Fälle (54 %) wird eine kardiale Ursache als Auslöser des Herz-Kreislauf-Stillstands vermutet.
 
Etwa 62 % der Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand erlangen durch Wiederbelebungs-maßnahmen einen Spontankreislauf zurück, mehr als die Hälfte der Betroffenen (52 %) wird mit eigenem Kreislauf zur weiteren Behandlung auf eine Intensivstation oder in einen Funktions-bereich (z. B. Herzkatheterlabor oder Endoskopie) verlegt. Insgesamt werden etwa 20 % der Patienten mit innerklinischem Herz-Kreislauf-Stillstand lebend entlassen.
 
Hierzu Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Sprecher des Organisationskomitees des Deutschen Reanimationsregisters und Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: „In 78,6 % der innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände wurden Wiederbelebungsmaßnahmen noch vor dem Eintreffen des Notfall- bzw. Reanimationsteams begonnen. Diese Zahl konnte durch Fortbildungsmaßnahmen und eine damit einhergehende Sensibilisierung des Krankenhauspersonals weiter gesteigert werden. Wir sind auf einem guten Weg – gemeinsames Ziel aller Beteiligten sollte jedoch weiter sein, Herz-Kreislauf-Stillstände innerhalb von Krankenhäusern wo möglich zu verhindern, in Notfall-situationen adäquat zu reagieren und die Abläufe hinsichtlich einer bestmöglichen Weiter-versorgung reanimierter Patientinnen und Patienten zu optimieren. Jede Krankenhaus-mitarbeiterin und jeder Krankenhausmitarbeiter muss in einer Reanimationssituation wissen, was zu tun ist, und umgehend Wiederbelebungsmaßnahmen auf fachlich hohem Niveau einleiten.“
 
Am 8. August 2020 erschien der „Jahresbericht Innerklinische Reanimation 2019 des Deutschen Reanimationsregisters“ in der Zeitschrift A + I, Anästhesiologie und Intensivmedizin, https://www.ai-online.info/, dem die verwendeten Zahlen entnommen wurden. Ab dem 13. August 2020 wird der „Öffentliche Jahresbericht 2019 des Deutschen Reanimationsregisters: Innerklinische Reanimation 2019“ unter www.reanimationsregister.de abrufbar sein.
 
 

Über das Deutsche Reanimationsregister


Das Deutsche Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR) stellt die größte überregionale Datenbank für die Erhebung, Auswertung und Beurteilung von Reanimationen in Rettungsdienst und Klinik, sowie von innerklinischen Notfallversorgungen im deutschsprachigen Raum dar.
 
Es zählt zu einem der tragenden und zukunftsweisenden Instrumente zur Optimierung der Not-fallversorgung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand. Seit dem offiziellen Start des Deut-schen Reanimationsregisters unter der Trägerschaft der Deutschen Gesellschaft für Anästhe-siologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) im Mai 2007 wurden in der Datenbank mehr als 250.000 Datensätze von außerklinisch und innerklinisch reanimierten Patientinnen und Patienten sowie von Notfallversorgungen in Kliniken und primäre Todesfeststellungen erfasst.
 
Die Datenbank ermöglicht die Erhebung und Auswertung der eigenen Einsätze und bietet Ver-gleichsmöglichkeiten und internationale Kooperationen mit anderen Kliniken und Rettungs-diensten an. Das Deutsche Reanimationsregister analysiert hierzu jährlich die außerklinischen sowie die innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände des vorangegangenen Jahres und die Daten zu deren Weiterversorgung. Darüber hinaus untersucht das Deutsche Reanimationsregister Einsätze von innerklinischen Notfallteams.
 
Weiterhin organisiert und veranstaltet das Deutsche Reanimationsregister in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. (BDA) die seit 2014 jährlich stattfindenden „Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche“, mittlerweile eine der wichtigsten Tagungen von Expertinnen und Experten für die Herz-Lungen-Wiederbelebung im deutschsprachigen Raum.

  

Quellen


Seewald, S., Brenner, S., Fischer, M., Gräsner, J.-T., Wnent, J., Jantzen, T., Ristau, P., Bein, B., & die teilnehmenden Kliniken im Deutschen Reanimationsregister: Jahresbericht Innerklinische Reanimation 2019 des Deutschen Reanimationsregisters. Anästh Intensivmed 2020;61: V100-V102.
 
Hinweis: Die Analyse wurde für die Gesamtdaten und die sogenannte Referenzgruppe durchgeführt, welche im Jahr 2019 42 von 118 außerklinisch teilnehmenden Standorten umfasst. Diese zeichnen sich durch eine besonders hohe Datenqualität in Bezug auf Vollständigkeit und Nachvollziehbarkeit des Outcomes aus. Sämtliche genannten Zahlen beziehen sich – sofern nicht anders angegeben – auf die Referenzgruppe bzw. sind auf deren Basis hochgerechnet.

 

Kontakt für Medienanfragen


Patrick Ristau, M.A.
Koordinator Deutsches Reanimationsregister
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Telefon: +49 911 93378-31

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