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Die Geschichte der Reanimationsdatenerfassung
Cardio-Pulmonale Reanimationen stellen eine der großen Herausforderungen für das ärztliche und nicht-ärztliche Personal im Rettungsdienst dar. Im Juni des Jahres 1990 fand in Norwegen in der Abtei von Utstein, ein internationales Treffen der an Reanimationsforschung beteiligten Organisationen statt.
Die Mitglieder einer Arbeitsgruppe der American Heart Association, des European Resuscitation Councils, der Heart and Stroke Foundation of Canada sowie des Australian Resuscitation Councils haben hierbei Empfehlungen zur einheitlichen Datenerfassung bei Herzstillständen erarbeitet.

Als "Utstein-Style" bezeichnet, stellt es heute die Grundlage der vergleichbaren Daten für Reanimationsauswertungen dar. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin hat in einer Konsensuskonferenz im März 2003 in Dortmund den DGAI-Reanimationsdatensatz festgelegt. Dieser Datensatz, angelehnt an MIND II, bildet die Grunddatenmenge für eine einheitliche Erfassung und Auswertung von Reanimationen in Deutschland. Die Datensätze "Klinische Weiterversorgung" und "Langzeitverlauf" wurden 2006 vom DGAI Präsidium verabschiedet.
Der offizielle Start des DGAI-Reanimationsregisters erfolgte zum Deutschen Anästhesie Congress im Mai 2007 in Hamburg.
 

Die Datenerhebung erfolgt anonym, eine Zuordnung und Auswertung auf einzelne Studienteilnehmer ist nicht möglich. Ebenso erfolgt keine Zuordnung zu einzelnen Institutionen, Kliniken oder Patienten. Die Daten unterliegen insoweit der ärztlichen Schweigepflicht. Um eine optimale, weltweite Vergleichsmöglichkeit von Reanimationsergebnissen zu erhalten, wurden im Utstein-Style Kern- und Ergänzungsdaten festgelegt, die in jeder Studie zu berücksichtigen sind. Ergänzungsdaten bieten hierbei die Möglichkeit, detaillierte Unterschiede herauszuarbeiten. Kerndaten hingegen ermöglichen erst die Vergleichbarkeit. Fehlen diese Kerndaten, sind sowohl die Auswertung als auch der Vergleich schwierig. Als minimale Daten werden hierbei u.a. die Anzahl der durchgeführten Reanimationen in einem Rettungsdienstbereich, die Anzahl der hiervon kardial bedingten Kreislaufstillstände, die Anzahl der Patienten, deren Kreislauffunktionen wieder hergestellt werden konnten (ROSC) sowie die Anzahl der Ein-Jahres-Überlebenden festgelegt. Des weiteren erfolgt die Dokumentation bestimmter Zeiten, die ebenfalls Rückschlüsse auf das Gesamtsystem zulassen. So werden der Zeitpunkt des Kollapses, des Notrufeinganges bei der Rettungsleitstelle, des Eintreffens des ersten Rettungsmittels, des CPR-Beginns, der ersten Defibrillation, der Zeitpunkt der Intubation sowie einsatztaktische Daten wie der Zeitpunkt des Transportbeginns sowie das Erreichen der Klinik erfasst.
Mit der Auswertung dieser Daten können somit die von Seiten der großen Reanimationsorganisationen AHA, ERC und ILCOR aufgestellten Leitlinien auf deren Anwendbarkeit hin überprüft und die Auswirkungen unterschiedlicher Reanimationsbemühungen miteinander verglichen werden.

Vier Jahre nach dem offiziellen Start des Reanimationsregisters der DGAI umfasste die Datenbank (Stand Mai 2011) über 14.000 Reanimationseinsätze von jeweils knapp 80 prä- und innerklinischen Teilnehmern. Um dieser deutschlandweiten Akzeptanz Rechnung zu tragen, ließ die DGAI im Januar 2011 den Ausdruck „Reanimationsregister – German Resuscitation Registry (GRR)“ als Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt eintragen.